Lamborghini setzt auf additive Fertigung für die Entwicklung von Fahrzeugteilen

lamborghini et carbon

Lamborghini und Carbon 3

Bereits seit einem Jahr arbeiten der Automobilhersteller Lamborghini und Carbon 3D zusammen. Dank der Digital Light Synthesis Technologie kann das italienische Unternehmen innovative Teile schneller produzieren. Vor einigen Wochen hat Lamborghini ein neues Hybridfahrzeug präsentiert: den Sián FKP 37. Dieses Modell verfügt über ein 3D-gedrucktes Lüftungssystem aus Epoxidharz. Dieses wird den Anforderungen der Automobilindustrie gerecht wird. Durch diese Herstellungsmethode konnte die Lieferzeit um 12 Wochen verkürzt werden.

 

Die Automobilindustrie ist durch starken Wettbewerbsdruck geprägt. Deshalb sind die Akteure dieses Marktes gezwungen sind, immer konkurrenzfähiger zu werden. Die 3D-Technologien unterstützen sie dabei, dieses Ziel zu erreichen. Denn die Hersteller können hiermit schnell Ideen ausprobieren. Außerdem kann durch die vielen Iterationsphasen die Entwicklung beschleunigt werden. Und zwar zu geringeren Kosten als mit den herkömmlichen Produktionsverfahren. Die Entwicklung einer neuen Gussform kostet zum Beispiel deutlich mehr, als der Start eines neuen, leicht veränderten 3D-Drucks. 

 

Lamborghini hat seinen neuen Rennwagen Sián FKP 37 präsentiert

Warum Lichthärtung verwenden?

Lamborghini setzt also auf die additive Fertigung und hierbei speziell auf die Photopolymerisation. Ziel ist es, die Entwicklung der Produkte zu beschleunigen und den Rahmen für Innovationen in den Bereichen Design, Engineering und Produktionzu schaffen. Stefan Gramse, Einkaufsdirektor bei Lamborghini Automobili erklärt: „Wir wollten unseren Entwicklern und Ingenieuren die Möglichkeit geben, bessere Teile herzustellen. Die Carbon DLS Technologie ermöglicht uns dies jetzt. Wir konnten auch die Supply Chain vereinfachen und die Markteinführung dieser Teile verkürzen.“

 

Die Lüftungsgitter für den neuen Sportwagen Sián FKP 37, der eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h erzielen kann, wurden mithilfe der additiven Fertigung entwickelt. Lamborghini hat auf das Expoxidharz EPX82 von Carbon gesetzt. Dieses zeichnet sich durch hervorragende Schlagzähigkeit aus. Außerdem wird es in hohem Maße den Anforderungen der Automobilindustrie gerecht. Dieses Material hat nicht nur die interne Entflammbarkeitsprüfungen erfolgreich bestanden, sondern auch die VOC-Prüfung. Auch die Beständigkeit, Zähigkeit und Festigkeit gegenüber thermischen Zyklen konnte bescheinigt werden. Maurizio Reggiani, technischer Direktor bei Lamborghini Automobili ergänzt: „Mithilfe der Carbon Digital Manufacturing Platform konnten wir in einer Zeitspanne von nur drei Wochen aus dem ursprünglichen Entwurf das endgültige Teil für den Vorführwagen entwickeln und präsentieren. Wir konnten zahlreiche verschiedene Entwürfe testen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Nur drei Monate später konnten wir mit der Produktion starten.“

 

Das 3D gedruckte Lüftungsgitter

Ziel von Lamborghini ist es, additive Fertigungsverfahren für die Entwicklung von Fahrzeugteilen verstärkt zu nutzen. Bislang hat der Hersteller innerhalb eines Jahres bereits zwei Teile in seine Sportwagen integriert. Eine zukunftsweisende Partnerschaft?