Die additive Fertigung erleichtert das Restaurieren von mehr als 50 Jahre alten Jaguar-Modellen

Das Restaurieren von Oldtimern ist in erster Linie eine Aufgabe für Automobilliebhaber – gleichwohl gibt es aber auch einige Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben – dies gestaltet sich zum Teil jedoch schwieriger als gedacht. Am problematischsten ist es, Ersatzteile zu finden: Die meisten Teile dieser Oldtimer werden gar nicht mehr produziert bzw. vertrieben und falls doch, findet man sie häufig am anderen Ende der Welt. Die additive Fertigung kann diesbezüglich Abhilfe schaffen. Denn das gewünschte Teil kann anhand eines simplen 3D-Scans hergestellt werden. Es gibt keinen unnötigen Lagervorrat, geringere Transportkosten und schnellere Reparaturzeiten. Aus diesem Grund setzt auch das britische Unternehmen Eagle zur Restaurierung des Jaguar E-Type auf 3D-Drucktechnologien.

Der Jaguar E-Type, der in den 60er und 70er Jahren produziert wurde, ist ein Sportwagenmodell, das heute nur noch selten zu finden ist. Um dieses Modell weiterhin zu erhalten, hat sich Eagle seit 1984 auf dessen Restaurierung und Reparatur spezialisiert. Eagle hat sich zum Ziel gesetzt, diese 60er-Jahre-Ikone umzubauen und auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Die Restaurierung eines einzelnen E-Type-Autos erfordert in der Regel etwa 4.000 Arbeitsstunden. Seit 4 Jahren arbeitet das Unternehmen eng mit Graphite Additive Manufacturing zusammen, einem 3D-Druck-Dienstleister, der in die HP Multi Jet Fusion Technologien investiert hat. Dank der additiven Fertigung kann Eagle auf Anfrage Teile in kleinen Stückzahlen schneller produzieren. Das britische Unternehmen produziert lediglich 4 bis 5 Autos pro Jahr, es geht hier also um die Fertigung kleiner Serien, die keine hohe Lagerhaltung rechtfertigen würden.

Eagle ist auf das Restaurieren des Jaguar E-Type spezialisiert

Graphite Additive Manufacturing verwendet zur Fertigung von mehr oder weniger großen Bauteilen, insbesondere von Luftkanälen der Klima- bzw. Heizungsanlage, HP Jet Fusion 4200 Drucker. Paul Brace, Geschäftsführer von Eagle, erklärt: “Seitdem wir für die Produktion die 3D-Technologie von HP verwenden, können wir beeindruckende Verbesserungen bzgl. Aussehen und Haltbarkeit dieser Teile verzeichnen. Mit der 3D-Plattform von HP kann das gewünschte Finish ausnahmslos erzielt werden, was für unseren Prozess äußerst wichtig ist. Die Heizungskanäle müssen gewisse ästhetische Ansprüche erfüllen, um auf dem Armaturenbrett montiert werden zu können. Und diese 3D gedruckten Teile werden der außerordentlichen Qualität unserer Oldtimer in perfektem Maße gerecht.” 

Eagle stellt ferner fest, dass mithilfe der additiven Fertigung weitere Formen und Geometrien kreiert werden können, welche die Herstellung von komplexeren und ästhetisch anspruchsvolleren Teilen ermöglicht. Dank leichteren, aber dennoch gleichbleibend robusten Materialien kann zudem das Gewicht der Fertigteile reduziert werden. Das Unternehmen macht keine Angaben zum Puder, der zur Produktion der Luftkanäle verwendet wurde. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Verbundstoff.

Die 3D gedruckten Kanäle (Foto: Eagle)

George Brasher, Generaldirektor von UK&I bei HP fügt abschließend hinzu: “Die 3D-Druck Lösungen von HP sind ideal für die Fertigung von qualitativ hochwertigen, kundenspezifischen Automobilteilen. Sie bieten der Automobilbranche eine Vielzahl an Lösungen. Und es ist sehr aufregend zu beobachten, welchen Beitrag sie in Zukunft für den Automobilbau der kommenden Jahre leisten werden.” Ein Anwendungsbeispiel, das alle Oldtimer-Liebhaber inspirieren wird!